Montag, 29. Oktober 2012

Kinder im Auto befördern: Die häufigsten Irrtümer und Fehler


Jedes Jahr kommen Kinder im Straßenverkehr auf Grund von Fehlern bei der Beförderung im Familien-PKW zu schaden. Im Falle von schwereren Unfällen nicht selten mit tödlichem Ausgang. Um Kinder so sicher wie möglich zu befördern haben wir eine Auflistung der schlimmsten Fehler und häufigsten Irrtümer zusammengestellt. Durch die konsequente Vermeidung dieser Punkte ist der Sicherheit im Fahrzeug meist schon ein großer Dienst getan.

1. Schlecht gesichertes Gepäck

Einer der Fehler, die sehr häufig vorkommen und oft vergessen werden. Auch der sicherste Kindersitz und der straffeste Gurt sind nutzlos, wenn bei einer Vollbremsung schwere oder scharfkantige Gegenstände im Innenraum herumfliegen. Eine Abtrennung zwischen Kofferraum und Fahrgastraum können dabei helfen das Gepäck am angestammten Platz zu halten.

2. Kind auf dem Arm halten

Bei kurzen Fahrten oder fehlendem Kindersitz ist die Versuchung groß, das Kind während der Fahrt einfach auf dem Arm zu halten oder mitanzuschnallen. Dies ist aber grob fahrlässig. Wer glaubt, das Kind bei einer Vollbremsung oder einem Unfall in den Händen halten zu können, irrt gewaltig. Bei diesen Kräften hilft nur ein Haltegurt. Auch zusammen mit dem Kind angeschnallt zu sein, kann tödlich enden, da der schwere Erwachsenenkörper das Kind erdrücken kann.

3. Falsche Kindersitze

Ein Kindersitz muss unbedingt zur Größe und zum Gewicht des Kindes passen. Auch wenn das Kind auf den ersten Blick in einem zu großen oder zu kleinen Sitz gut aufgehoben wirkt, kann es beim Unfall zu tödlichen Folgen kommen. Auch einen Kinderwagen-Aufsatz als Kindersitz-Ersatz zu benutzen muss als grob fahrlässig gewertet werden.

4. Airbag vor Kindersitz aktiviert

Airbags sind eine wunderbare Erfindung, die schon unzählige Leben gerettet haben. Die explosive Kraft, die ein sich ausdehnender Airbag entfalten muss, um in Sekundenbruchteilen aufgeblasen zu sein, kann aber tödlich für das Kind im Kindersitz enden. Daher muss der Airbag auf der Beifahrerseite immer deaktiviert werden, wenn der Kindersitz dort angebracht wird. Falls dies nicht möglich ist, ist die Montage auf der Rückbank Pflicht.

Alle die bisher aufgeführten Punkte sind auch vom Gesetzgeber reglementiert und werden von der Polizei geahndet. Es gibt aber noch eine ganze Reihe von kleinen Fehlern, die bei der Auswahl und bei der Benutzung der Kindersitze gemacht werden können. Diese sind zwar nicht so gravierend, wie die oben genannten, sollten aber im Hinblick auf maximale Sicherheit auch beachtet werden.

Der jährliche ADAC-Crashtest für Kindersitze gibt Auskunft über Modelle, die sicher sind. Dabei ist nicht immer ein besonders hoher Preis ein Zeichen von Qualität. So sind beispielsweise die regelmäßig mit Bestnoten ausgezeichneten CYBEX-Kindersitze meist sehr erschwinglich. Der mitwachsende CYBEX Solution X2, der bereits ab 150 Euro zu haben ist, wurde vom ADAC als sicherster Kindersitz für Kinder von 4 bis 12 Jahren gewertet. Der ebenfalls ausgezeichnete CYBEX Pallas 2-Fix ist mit 250 Euro zwar auf den ersten Blick nicht billig, kann dafür aber von 1-12 Jahren verwendet werden, was die hohen Kosten wieder relativiert. Grundsätzlich ist es ratsam in Qualität zu investieren, da man dann auch noch die Geschwister im gleichen Sitz befördern kann. Schlecht verarbeitete Sitze können schon nach kurzer Zeit Haarrisse aufweisen, was die Stabilität gefährdet. Ein Sitz, der schon viele Jahre im Dienst ist oder schon einen, auch noch so kleinen, Unfall miterlebt hat, sollte aber sofort ausgetauscht werden.

Bild: © S. Kobold- Fotolia.com