Samstag, 14. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Der Golf öffnet ab Juni
Dani Heyne
VW. Nach fast zehn Jahren gibt es wieder ein Golf Cabrio. Das Vergnügen ist billiger als im Eos – ohne lästigen Bügel.
Luftiges Vergnügen: Das Golf Cabrio steht ab Juni bei den Händlern. Vier Erwachsene haben darin gut Platz. Mit 23.625 Euro ist der offene Golf billiger als seine Konkurrenten Eos und A3. Fotos: AutoStraßenverkehr
In ein paar Jahren wird man fragen: Wer war eigentlich dieser Eos? Ah, ja, richtig, der Volkswagen, der den Oben-ohne-Gedanken so schön winterfest und einbruchsicher machte, weil VW ihm ein besonders aufwendiges Blech-Glas-Schiebe-Klappdach verpasste. In der Sympathiewertung reichte er jedoch nie an das frühere Golf Cabrio heran – das Erdbeerkörbchen, das durch die Familie gereicht wurde wie ein Stück Tafelsilber auf Rädern. Nach fast zehn Jahren sträflicher Abstinenz bringt VW im Juni ein neues Golf Cabrio. Ohne Überrollbügel. Ohne Rundscheinwerfer. Und ohne das gewisse Etwas. Auch bei einem so emotional vorbelasteten Modell wagt VW keine Experimente.
In einer risikominimierten Nummer nimmt VW dem Golf das Dach ab, setzt ein Stoffmützchen auf, versteift die Karosse an allen Ecken und Kanten und stimmt das Fahrwerk angenehm soft ab. Dass die Silhouette stark an das mäßig erfolgreiche Audi A3 Cabrio erinnert, liegt an den nahezu identischen Maßen beider Modelle, die sich eine Plattform teilen. Der offene Golf ist mit 4,25 Meter nur zwei Zentimeter länger, mit 1,42 Meter aber genauso hoch und hat mit 2,58 Metern sogar den gleichen Radstand. Dank der Entwicklungsarbeit von Audi trägt der neue VW ein gut dämmendes Verdeck, das sich in neun Sekunden faltet (bis 30 km/h) und über dem Kofferraum elektrisch zusammenlegt. Anders als beim Vorgänger muss das Dach zuvor nicht von Hand entriegelt werden.
Bei der ersten Sitzprobe wäre Herzflattern unangebracht, denn hier drin sieht es aus wie in jedem Golf, was beim Cabrio brav und einfallslos wirkt. Wenn’s denn wenigstens ein bisschen GTI-Schmuck gäbe. Was ist mit Karositzmustern? Einem Golfball als Schaltknauf? Frischen Farben oder Dekors? Stattdessen serviert VW auch die Extras aus der Limousine. Erwähnenswert sind die Sportsitze mit passendem Seitenhalt und ein Doppelkupplungsgetriebe für 1800 Euro, das seine sieben Gänge schneller wechselt, als Sie Hatschi sagen können. Glücklich stimmt die Motorenpalette: Von 105 PS (Benziner oder Diesel) bis 210 PS ist für jeden Anspruch etwas dabei. Alle sechs Vierzylinder verfügen über Direkteinspritzung und Turboaufladung. Vier davon können gegen Zuzahlung mit Start-Stopp-System ausgerüstet werden, womit der kleine Diesel nur 4,4 Liter auf 100 Kilometer brauchen soll. Die gefahrene 1.4 TSI-Version serviert 160 PS, die sich voller Hingabe um das 1484 Kilogramm schwere Auto kümmern. Bei jedem Gasstoß zieht das Cabrio leichtfüßig nach vorn, lenkt willig ein und meistert auch schnelle Kurven anstandslos. Wer es dabei übertreibt, spürt, wie der VW gutmütig über die Vorderräder schiebt. Er ist eben kein Sportler, sondern ein Gleiter mit Frischluftgarantie. Nach guter Stoffverdeckmanier platziert er Fahrer und Beifahrer nicht unter seinem Scheibenrahmen, sondern deutlich dahinter. Im Fond bleibt dabei so viel Platz, dass auch zwei Erwachsene gut reinpassen.
Beim Blick in die Preisliste kommt die beste Seite des Golf Cabrio zum Vorschein: Es startet mit dem ausreichend kräftigen 1.2 TSI (105 PS) bei 23625 Euro und liegt damit 1475 Euro unter dem A3 Cabrio von Audi und 2325 Euro unter dem Peugeot 308 CC. Der günstigste Eos (122-PS-Benziner) kostet sogar 4350 Euro mehr. Auch wenn‘s kein Hardtop für den Golf gibt: Mach‘s gut, Eos!
In einer risikominimierten Nummer nimmt VW dem Golf das Dach ab, setzt ein Stoffmützchen auf, versteift die Karosse an allen Ecken und Kanten und stimmt das Fahrwerk angenehm soft ab. Dass die Silhouette stark an das mäßig erfolgreiche Audi A3 Cabrio erinnert, liegt an den nahezu identischen Maßen beider Modelle, die sich eine Plattform teilen. Der offene Golf ist mit 4,25 Meter nur zwei Zentimeter länger, mit 1,42 Meter aber genauso hoch und hat mit 2,58 Metern sogar den gleichen Radstand. Dank der Entwicklungsarbeit von Audi trägt der neue VW ein gut dämmendes Verdeck, das sich in neun Sekunden faltet (bis 30 km/h) und über dem Kofferraum elektrisch zusammenlegt. Anders als beim Vorgänger muss das Dach zuvor nicht von Hand entriegelt werden.
Bei der ersten Sitzprobe wäre Herzflattern unangebracht, denn hier drin sieht es aus wie in jedem Golf, was beim Cabrio brav und einfallslos wirkt. Wenn’s denn wenigstens ein bisschen GTI-Schmuck gäbe. Was ist mit Karositzmustern? Einem Golfball als Schaltknauf? Frischen Farben oder Dekors? Stattdessen serviert VW auch die Extras aus der Limousine. Erwähnenswert sind die Sportsitze mit passendem Seitenhalt und ein Doppelkupplungsgetriebe für 1800 Euro, das seine sieben Gänge schneller wechselt, als Sie Hatschi sagen können. Glücklich stimmt die Motorenpalette: Von 105 PS (Benziner oder Diesel) bis 210 PS ist für jeden Anspruch etwas dabei. Alle sechs Vierzylinder verfügen über Direkteinspritzung und Turboaufladung. Vier davon können gegen Zuzahlung mit Start-Stopp-System ausgerüstet werden, womit der kleine Diesel nur 4,4 Liter auf 100 Kilometer brauchen soll. Die gefahrene 1.4 TSI-Version serviert 160 PS, die sich voller Hingabe um das 1484 Kilogramm schwere Auto kümmern. Bei jedem Gasstoß zieht das Cabrio leichtfüßig nach vorn, lenkt willig ein und meistert auch schnelle Kurven anstandslos. Wer es dabei übertreibt, spürt, wie der VW gutmütig über die Vorderräder schiebt. Er ist eben kein Sportler, sondern ein Gleiter mit Frischluftgarantie. Nach guter Stoffverdeckmanier platziert er Fahrer und Beifahrer nicht unter seinem Scheibenrahmen, sondern deutlich dahinter. Im Fond bleibt dabei so viel Platz, dass auch zwei Erwachsene gut reinpassen.
Beim Blick in die Preisliste kommt die beste Seite des Golf Cabrio zum Vorschein: Es startet mit dem ausreichend kräftigen 1.2 TSI (105 PS) bei 23625 Euro und liegt damit 1475 Euro unter dem A3 Cabrio von Audi und 2325 Euro unter dem Peugeot 308 CC. Der günstigste Eos (122-PS-Benziner) kostet sogar 4350 Euro mehr. Auch wenn‘s kein Hardtop für den Golf gibt: Mach‘s gut, Eos!
